Facebook Pixel DSGVO rechtssicher einsetzen?

Facebook Pixel DSGVO

Kann man den Facebook Pixel DSGVO konform einsetzen?

Diese Frage stellen sich viele Marketer und Werbetreibende – nicht nur in der EU. Wenn man sich die Blogs und Podcasts einiger führender Marketer in den USA reinzieht, stößt man auf weltweite Verunsicherung. Rechtsverbindlichkeit kann ich euch natürlich nicht bieten, da ich kein Anwalt bin. Momentan ist der Stand wohl der, dass man mit einem Opt-in Verfahren auf Nummer sicher gehen kann – dazu gleich noch mehr.

DER FACEBOOK PIXEL – Marketer’s Lieblingswerkzeug

Warum der Facebook Pixel so beliebt ist, liegt auf der Hand. Jeder, der eine Website besitzt, kann damit laserscharf messen, wie erfolgreich seine Werbung ist. Es können spezielle Zielgruppen gebildet werden, beispielsweise eine Zielgruppe aus allen Menschen, die in den letzten 180 Tagen eine ganz bestimmte Unterseite einer Website besucht haben.

Aber auch die User-Experience unserer Kunden und Websitebesucher können wir mit Hilfe des Facebook Pixels deutlich verbessern, in dem wir ihnen per “Re-Targeting” relevante Inhalte auf Facebook ausspielen. Inspiration, Tipps & Tricks, Angebote, … wunderbar passend zu den Interessen unserer Besucher. Gut für uns – und gut für unsere Zielgruppe. Denn Werbung bekommen wir ja sowieso alle auf Facebook ausgespielt. Warum dann nicht gleich relevante Werbung?

Mit dem Facebook Pixel haben wir natürlich auch die Möglichkeit, Verkäufe zu tracken. Das erlaubt uns unter anderem, den ROI unserer Facebook Kampagnen genau zu bestimmen.

Nur mit Opt-in?

Meine persönliche Meinung ist, dass der Einsatz des Facebook Pixels aus dem Onlinemarketing momentan nicht wegzudenken ist. Facebook ist für fast alle großen Player eines der wichtigsten Werkzeuge im Marketing-Mix geworden.

Ein generelles Opt-in Verfahren halte ich für kaum umsetzbar. Das würde bedeuten, dass sich Menschen beim Besuch auf Websites, Shops, … wie z. B. Zalando, Otto.de, … aktiv für das Facebook Tracking entscheiden müssten. Wer würde das schon tun? Somit würde auch großen Online-Shops und Portalen die Grundlage entzogen, ihren Erfolg im Onlinemarketing mit Facebook zu messen. User würden natürlich ebenfalls betroffen sein, denn sie würden auf Facebook weniger relevante Inhalte zu sehen bekommen.

Praxisbeispiel: Ein Kunde, der Produkt A bereits gekauft hat, würde vom Shop auf Facebook erneut Werbung für eben dieses Produkt A zu sehen bekommen. Das kann nerven und ist sicher keine schöne Benutzererfahrung.

Der, wie ich finde, gute Kompromiss: das Opt-Out Verfahren für den Facebook Pixel.
Dieses Szenario beschreibt Rechtsanwalt Dr. Thomas Schwenke in seinem Artikel Facebook-Pixel und Datenschutz – Anleitung für einen rechtssicheren Einsatz detailliert.

Voraussetzung hierführ ist, dass der Facebook Pixel regulär eingebunden wird, so wie es Facebook standardmäßig vorsieht. Also keine Einbindung des Facebook Pixel Codes mit sog. “erweiterten Abgleich”.

Stand heute – knapp zwei Wochen nach Start der DSGVO sehe ich eigentlich bei allen großen Versandhäusern, Fashion-Shops, etc. kein einziges Opt-in Verfahren für das Facebook Tracking. Hier feuert der Facebook Pixel, was das Zeug hält. Ohne vorherigen, ausdrücklichen Hinweis auf das Tracking.

Ich denke, hier müssen wir abwarten, wie die Rechtsprechung in ersten Urteilen ausfallen wird. Eine klare Linie, den Facebook Pixel DSGVO konform mit Opt-in einzusetzen erkenne ich in unserer Werbelandschaft noch nicht.

Die vernünftigste Lösung scheint mir tatsächlich die Möglichkeit eines Opt-Out Verfahrens zu sein – in Verbindung damit, “dass die Webseitenbesucher gemäß Art. 13 DSGVO über die Datenverarbeitung und bestehende Widerspruchsrechte informiert werden”, wie Thomas Hutter es in seinem Artikel formuliert. Alles andere ist Interpretationssache und muss in Einzelfällen von den Gerichten entschieden werden, so hört man es bundesweit von spezialisierten Anwälten und Experten.

Fazit: DSGVO-konform ist Stand heute nur das Opt-in Verfahren für den Facebook Pixel – wirtschaftlich tragbar für Werbetreibende sicherlich nicht. Ich hoffe, dass die Datenschutzbehörden das Opt-out Verfahren als guten Kompromiss sowohl für die User, als auch für Werbetreibende erkennen und zulassen, so wie es Ende 2017 bereits nahezu feststand.

Ressourcen zum Thema

DSGVO konformes WordPress Plugin Pixel Mate
Artikel von Rechtsanwalt Dr. Thomas Schwenke
Bewertung der Stellungnahme der Datenschutzbehörden von Thomas Hutter

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Michael Kiechle

Geschäftsführer bei IMAGE FOR YOU

Michael betreut Firmen, Selbstständige und Music-Acts weltweit im Bereich Design, Marketing und Social Media. Er weiß, was heute auf Facebook für Firmen funktioniert und hat sich auf Facebook-Marketing spezialisiert.

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