Brauche ich “Social Media”?

Vom Potenzial und dem Reiz dabei zu sein: “Social Media”

Vorab: Nein Du brauchst es nicht. Aber gezielt eingesetzt lässt es Deinen Umsatz explodieren! Aber wer will das schon.

STEINZEIT SOCIAL MARKETING

Im Alter von 12 Jahren beschäftigte ich mich intensiv mit Computern. Das war 1992, als eine 20MB Festplatte groß und schwer war wie ein Wackerstein. Der Kumpel meines Vaters war Elektroniker. Er baute jeden Tag mehrere PC’s zusammen. Bei dem trieb ich mich rum, löcherte ihn mit Fragen, sog jede Neuigkeit über Hard- und Software auf wie ein Schwamm. Ich ernährte mich förmlich von Bits und Bytes. Erste Websites programmierte ich dann ab 1999.

Im Jahr 2002 kam der Euro unter die Leute. Die ersten zwanzig Scheine der neuen Währung investierte ich in EINE neue DVD, die ich dann über einen selbstgebastelten Online-Shop weiterverkaufte. Eigentlich wollte ich nur ausprobieren, ob es technisch tatsächlich funktioniert, dass Menschen online etwas bei mir bestellen können. 2 Jahre später überstieg der Jahresumsatz meines DVD-Shops die 120.000 Euro Grenze und landete in den Top 5 Charts der besten Deutschen Online DVD Versandhändler (lt. einer Auswertung der Fachzeitschrift DVD Vision). Und das mit einem Stundenaufwand von lediglich 4-5 Stunden pro Tag und dem Startkapital von 20 Euro. Den Rest der Zeit arbeitete ich hauptberuflich woanders.

Damals hinterfragte ich die Mechanismen des schnellen Erfolgs nicht großartig. Heute hingegen tue ich das, zumal ich schon von berufswegen wissen muss, wie man Geschäfte effektiv ankurbeln kann.

Im Rückblick kann ich sagen: Das, was ich damals intuitiv tat, war effektives “Steinzeit-Social-Marketing”.

Zuerst der Mehrwert

DVD’s verkauften “zu meiner Zeit” viele andere auch. Bei mir gab’s noch die gewisse Mystik obendrauf. Ich erinnere mich, wie ein Filmsammler aus Norddeutschland anrief. Er klang wie ein gebrochener, vom Leben gezeichneter Mann. Ich sei “seine letzte Chance”, einen raren Film zu erwerben, der nicht mehr produziert würde. Ein Bekannter habe mich als Geheimtipp empfohlen. Seit gut 6 Monaten jage er diesem Titel hinterher.

Den Film hatte ich schon während unseres Telefonats aus der “blauen Kiste” gezogen und mit einer Stimme wie aus einem Al Pacino Movie stapelte ich tief: “Hm… geben Sie mir drei Tage. Ich will sehen, was ich für Sie tun kann. Sie hören von mir. Verlässlich”. In der selben Minute verpackte ich die DVD samt handschriftlichem Gruß, ohne Faktura. Rein ins Auto und direkt in die Post damit.

Schon tags drauf erklang aus meinem Anrufbeantworter eine Hymne der Begeisterung, die ich bis heute nicht vergessen habe. Noch nie habe der Kunde einen derartigen Blitzversand mit Premiumservice genossen und ich solle ihm bitte sofort die Rechnung senden, er könne es nicht erwarten, diese “koste es was es wolle” zu begleichen. Weitere Bestellungen folgten promt. Außerdem erhielt ich durch diesen begeisterten Kunden 4 weitere Aufträge seiner Freunde und Bekannten.

Nicht auszudenken, wie sich die ersten zwei Jahre meines Shops mit Facebook Ads entwickelt hätten!

Fazit: Heute wie damals – es geht um das Extra, über das die Leute sprechen. Um’s Lust machen auf ein Produkt, um den Kundennutzen. Das setzt jedoch voraus, dass Du auch wirklich zufriedene Kunden haben willst und dass die Monetarisierung bei Dir nicht im Vordergrund steht. Denn dann schaltest Du Deinen Service-Booster automatisch in den nächsten Gang, gehst mit Deiner Beratung in Vorleistung und das kommt an! Der Erfolg stellt sich dann als logische Konsequenz automatisch ein.

Ich verschenkte zunächst meine Energie und Zeit. Ein Vielfaches davon kam bisher zu mir zurück. Jedes Mal.

Was ist der konkrete Sinn von Social Marketing?

Die Unklarheit, was Unternehmen online veröffentlichen sollen und wo der Nutzen für sie liegt, führt oft zu Meinungen wie: “Dieses Social Media ist nichts für uns” oder “Brauchen wir nicht”.

Gut. Einige meiner Klienten sind tatsächlich dauerhaft dermaßen ausgebucht, dass zusätzliches Marketing zu einem ungewollt hohen, nicht bezwingbaren Auftragsvolumen führen würde. Gehörst Du aktuell zur anderen Gruppe?

Dann möchte ich Dir jetzt eine Idee davon geben, wie beispielsweise “Facebook” für Dein Geschäft nützlich sein kann und wie es häufig missverstanden wird:

“Meine Freunde nutzen Facebook privat. Sie sagen man tauscht sich da halt aus und schickt lustige Videos hin und her. Ich weiß nicht, ob das zu unserer Firmenphilosophie passt.”

facebookZum Verständnis: Es gibt bei Facebook die privaten Konten und die Seiten für Unternehmen. Als Unternehmen erstellst Du eine Facebook-Seite. Damit schickst Du garantiert keine lustigen Videos hin und her (es sei denn, Du bist Schauspieler oder die Booking-Agentur von Cindy aus Marzahn).

Was Du wirklich tust, ist

  • – Informationen posten, die es auf Deiner Website nicht gibt
  • – kostenlosen Support anbieten
  • – auf wichtige Events hinweisen
  • – in einem Video Produktfunktionen erklären
  • – Hilfreiche Tipps geben
  • – Mehrwert, Mehrwert und Mehrwert liefern

Wenn Du das konsequent durchziehst, werden Deine Besucher zu Fans. Fans werden zu Vertrauten, zu Multiplikatoren und Newsletterabonnenten. Und diese werden, wenn Du alles gut gemacht hast zu Käufern Deines Angebots. Und zwar solche, die keine Rabatte einfordern, respektvoll und freundschaftlich mit Dir umgehen und Dich ihrer Community weiterempfehlen.

Was Du außerdem unbedingt tun solltest, ist

  • – Facebook Anzeigen schalten

Facebook Anzeigen sind mächtig. Das ist die maximale Chance für uns Unternehmer: Mit täglich weit über 19 Millionen aktiven Nutzern allein in Deutschland kann ich Dir versichern, dass auch Deine Zielgruppe bei Facebook unterwegs ist. Und noch besser: Sie haben Facebook sogar mitgeteilt, wie alt sie sind, welche genauen Interessen sie haben, wo sie wohnen, wie ihr aktueller Familienstand aussieht und vieles mehr. Mit Facebook Anzeigen erreichst Du Deine Zielgruppe Messerscharf, mit geringsten Streuverlusten. Das nennt sich Social Marketing.

Mit dieser Power gab es das in der gesamten Geschichte des Marketings noch nie! Was Du dabei beachtet solltest ist, dass sich die Menschen auf Facebook im “Unterhaltungsmodus” befinden. Deshalb solltest Du eher auf “Fan- oder Leadkampagnen” setzen und nicht unbedingt direkte Produktwerbung machen. Es sein denn, Deine Zielgruppe ist extrem kauffreudig – und selbst diese Information teilt Dir Facebook mit. Klingt interessant? Das ist es!Ja was denn nun?

Der Reiz, dabei zu sein

Bloggen, Facebook oder doch twittern? Wenn Du Freude daran hast, regelmäßig zu schreiben und Deine Community mit nützlichen Informationen zu versorgen, dann stellt sich eigentlich nur noch die Frage, welcher der zahlreichen Social Media Kanäle zu Dir und Deinem Unternehmen passt. Es spricht nichts dagegen, auf mehreren Plattformen gleichzeitig vertreten zu sein. Anfangs ist es sehr reizvoll, auf allen Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen und Du wirst schnell feststellen, welche Plattform Dir wirklich liegt und wo Du Deine Unternehmensziele am zielgerichtesten verfolgen kannst.

Klar ist, dass Bloggen etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt, als ein schneller Post auf Twitter, Google+ oder Facebook. XING ist sicher interessant für B2B-Kontakte, LinkedIn ist international ausgerichtet. Viele Kampagnen können mit Instagram untersützt werden. Wichtig ist in jedem Fall, mit System und bestenfalls einem Redaktionsplan an die Sache heranzugehen.

Ich hoffe, diese Einführung hat Dir beim Verständnis des Social Media Prinzips für Unternehmen geholfen.

Fragen, Ergänzungen, Erfahrungsberichte? Ich freue mich über Kommentare. Unten kannst Du einen Beitrag zum Artikel verfassen.

Illustrationen in diesem Beitrag: © jpgon – Fotolia.com | © queidea – Fotolia.com
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Michael Kiechle

Geschäftsführer bei IMAGE FOR YOU

Als Gründer und Geschäftsführer des Kreativbüros IMAGE FOR YOU ist Michael Kiechle seit 2007 verantwortlich für Design & Marketing von KMU und Music Acts national und international.

Michael hat einen ausgeprägten Facebookmarketing-Tick. Er gibt Schulungen zum Thema und betreut die Kampagnen von zahlreichen Unternehmen und Künstlern. Zuletzt war Michael gemeinsam mit Günther Fischer als Speaker auf der diesjährigen AllFacebook Marketing Conference in München zu sehen.

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